Motorräder

Alte Motorräder sind meine Leidenschaft. Mit 18 Jahren habe ich eine Honda CX 500 gefahren und viele Jahre Freude an ihr gehabt, obwohl ich eigentlich lieber eine BMW gefahren hätte, die ich mir zu dem damaligen Zeitpunkt aber nicht leisten konnte. Irgendwann wich die Maschine aber einem 1987er Opel Kadett GSI und die Motorradbekleidung wurde eingemottet.

25 Jahre später kam mir plötzlich in den Sinn, dass ich doch immer noch den Plan nicht aufgegeben hatte, eine BMW zu fahren. Die Farbe war mir egal, Hauptsache schwarz.

Noch am selben Abend entdeckte ich eine 1981er BMW R65 mit Krauserkoffern zu dem damals moderaten und heute schon geradezu lächerlichen Preis von 1.400 EUR, und zwar ganz bei uns in der Nähe.

Bei der Fahrt am nächsten Tag zur Besichtigung kamen mir Zweifel auf, ob es denn das richtige sei, nach so langer Pause wieder einzusteigen.

Die Ankunft am Ziel unterbrachen meine Gedanken. Der Verkäufer bewohnte eine große leere Fabrikhalle, wo er reichlich Platz für Motorräder, Ersatzteile und Werkstatteinrichtungen hatte. Es standen mehrere komplette oder teilzerlegte altmodische Motorräder mit Boxermotoren herum. Derbe Urviecher mit Stollenreifen, Speichenfelgen, Federsätteln mit Ringhalterungen sowie einigen mit Beiwagen. Sie sahen aus wie alte BMWs, waren aber keine.

Dann sah ich sie, die schwarze R65. Trotz ihrer 25 Jahre machte sie einen fastneuwertigen Eindruck.

Der Verkäufer nahm meine Ehrfurcht vor dieser Ikone deutschen Motorradbaus gar nicht war. Er drehte den Zündschlüssel, das Licht und die Tachobeleuchtung erhellten die halbdunkle Halle. Er schob den Choke-Hebel am linken Lenker nach vorn, drückte den Anlasser, gab einmal kurz Gas und der unverwechselbare, unkopierbare und unerreichte dumpfe Klang eines BMW 2-Ventilboxer erfüllte die Halle. Jeder Zweifel, jedes Bedenken war sofort vorbei. Aus dem Munde des Verkäufers quollen eine Reihe von mir nicht mehr wahrgenommener Sätze, wahrscheinlich zu den technischen Daten,  den Vorzügen dieses Motorrad und dem niedrigen Preis. Meine Kaufentscheidung war gefallen, die Scheine wechselten ihren Besitzer, der Verkäufer lieh mir noch seinen Anhänger und so brachte ich meine erste BMW nach Haus.

Ein Hund kann Flöhe und Zecken haben! So war es auch bei mir. Der BMW-Virus hatte mich befallen, aber die anderen BMW-artigen Motorräder in der Halle sollten mir auch nicht mehr aus dem Kopfe gehen. Doch dazu später mehr.

Im Laufe der Zeit kamen noch einige Motorräder zu mir, meistens als alte, heruntergekommene Laternenparker oder Scheunenfunde. Neben dem Motorradfahren entwickelte sich auch die Schrauerei zu einem Hobby. Zum einen, weil mir nichts anderes übrigblieb und zum anderen, weil BMWs die schrauberfreundlichsten Motorräder der Welt sind, obwohl sie nicht kaputt gehen.

Auf der rechten Bildseite habe ich meine und später unsere (meine Frau Sybille hat später auch den Motorradführerschein gemacht) Motorräder verlinkt. Meistens handelt es sich dabei um Restaurierungsberichte. Viel Spaß beim stöbern.